EU-Politik

    Die Europäische Innovationspartnerschaft für Rohstoffe (EIP-RS) als ein Teil der Leitinitiative „Innovationsunion” und die Politik einer effizienten Ressourcennutzung ist die Antwort der europäischen Behörden vis-à-vis auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, hervorgerufen durch den Bedarf nach Sicherstellung von nachhaltiger Rohstoffversorgung, welche zu den 2020- Zielen der EU-Industriepolitik zum Anstieg des Anteils der Industrie am BIP um 20% beitragen wird. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, neben der Partnerschaft für Rohstoffe wurden auch die Innovations- und Demonstrationsaktivitäten auf EU-Ebene durch verschiedene   öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) und Fonds gestärkt. Die Europäische Kommission öffnete wieder den Raum für Forschung und Entwicklung von Rohstoffen im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (FP7) zur Forschung und Entwicklung in verschiedenen Bereichen, insbesondere “ Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Werkstoffe und neue Produktionstechnologien” sowie Umwelt. Rohstoffe haben eine klare Position als eine gesellschaftliche Herausforderung im nächsten Horizont 2020 genannte  EU-Rahmenprogramm  erlangt, das nicht nur Forschungsaspekte, sondern auch Innovation umfasst. Zudem werden jetzt die verstärkte Koordinierung verschiedener Forschungsarbeiten, Kenntnisse, Werkzeuge und Forschungsinfrastrukturen zur Maximierung der Forschungsinitiativen und Aktivitäten im Bereich der Rohstoffe, die von der EU, Mitgliedstaaten, Industrie- und Forschungsgemeinschaften zum Nutzen der Gesellschaft durchgeführt werden, mit höchster Priorität verwaltet.

    Obwohl Europa ein Nettoeinführer von Rohstoffen im Allgemeinen ist, ist es auch ein bedeutender globaler Hersteller von Industriemineralien. Ca. 180 Mio Tonnen werden jährlich in der EU mit einem geschätzten Beitrag von €10 Milliarden zum europäischen BIP gewonnen und somit wird eine direkte Beschäftigung von rund 42,500 Personen ermöglicht. Die sichere Versorgung von nachhaltigen mineralischen Produkten ist für die Aufrechterhaltung der europäischen Bergbau-, Mineral- und Fertigungsindustrie erforderlich, da global gesehen die EU ein Drittel der Perlitproduktion, 20% vom kalzinierten Kaolin und 20% vom Kieselgur weltweit herstellt.

    Bedeutende finanzielle Mittel aus dem EU-Haushalt sind für Innovationns- und Demonstratrationsaktivitäten im Rahmen von FP7 bestimmt, um den gesellschaftlichen Herausforderungen entlang dem Zugang zu Rohstoffen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu begegnen. Das wichtigste Ziel vom durch FP7 finanzierte Projekt  STOCISM (Sustainable Technologies for Calcined Industrial Minerals in Europe) besteht in Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Steine-Erden-Industrie durch Entwicklung von sauberen, energieeffizienteren Gewinnung- und Aufbereitungstechnologien. STOICISM ist ein industriegeführtes Projekt mit einem spezifischen Schwerpunkt auf kalzinierten Industriemineralien. Die meisten Kalzinierungsprozesse setzten direkte Verbrennung von fossilen Brennstoffen ein, wobei sie zu bis 85% ihrer Kohlendioxidemissionen beitragen. Um das allgemeine Ziel zu erreichen, wurden drei wichtige kalzinierte Industriemineralien ermittelt: Kieselgur; Perlit und Kaolin. Die implementierten Prozesse können schließlich auch auf viele andere Industrieminieralien direkt übertragbar sein. Wichtige Märkte für diese Mineralien sind Getränkefiltration-, Lack-, Beschichtungs-, Gummi-, Isoliermaterialien und Baustoffe. STOICISM ist eine Matrix der Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsaktivitäten durch neue Innovationstechnologien entlang der Wertschöpfungskette industrieller Mineralien. Sie werden Entwicklungen im Bereich der Gewinnung, Aufbereitung, Kalzinierung, Trocknung und Abfallverwertung umfassen.

    STOICISM wird voraussichtlich wesentlich eine Auswirkung auf die Nachhaltigkeit der EU- Steine-Erden-Industrie durch Verringerung der Ressourcennutzung (Mineral- und Energievorkommen) haben, wobei dies zur nachhaltigen Erzeugung von besseren und reineren Produkten mit weniger Abfall und geringerer Umweltbeanspruchung führt.